Projekttitel:
ViKI pro
Versorgungsintegrierte Künstliche Intelligenz im professionellen Pflegeprozess
Projektart
Förderprojekt
Förderer / Auftraggeber
Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) BMFTR-Förderrichtlinie „Repositorien und KI-Systeme im Pflegealltag nutzbar machen“
Laufzeit
Projektleitung
DIP-Team
Kooperationspartner
- Fraunhofer Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM)
- August-Wilhelm Scheer Institut für digitale Produkte und Prozesse gGmbH (AWSi)
- Connext Communication GmbH
- Johanniter Seniorenhäuser GmbH (JoSe)
- Caritas Betriebsführungs- und Trägergesellschaft (CBT)
- AOK-Bundesverband (assoziierter Partner)
Hintergrund und Ziele
In Deutschland werden 818.000 pflegebedürftige Menschen in 15.380 Pflegeheimen von rund 243.000 Pflegefachpersonen versorgt. In der stationären Langzeitpflege geht es dabei zunehmend um komplexe Versorgungsanforderungen, die hohe fachliche Ansprüche an die Entscheidungs- und Begründungskompetenzen der Pflegefachpersonen stellen. Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bietet hier vielversprechende Potentiale, um diese Kompetenzen zu unterstützen und damit zu einer hohen Versorgungsqualität beizutragen.
Ziel von ViKI pro ist die Entwicklung und Erprobung eines KI-basierten evidenz- und expertisebasierten Systems zur Unterstützung der Entscheidungsfindung in der Maßnahmenplanung im Rahmen des professionellen Pflegeprozesses.
Design und Methoden
Grundlage des ViKI pro-Systems ist ein Expertensystem des Fraunhofer Instituts für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) das im Projekt weiterentwickelt wird. Ergänzt wird dieses System durch ein speziell für die Themenbereiche des Projektes trainiertes Large Language Model (LLM), das Freitexteinträge in der Pflegedokumentation auslesen und interpretieren soll.
Das ViKI pro-System wird exemplarisch für die zwei in der Langzeitpflege relevanten Anwendungsfelder Mobilität und Schmer entwickelt. Für beide Anwendungsfelder werden spezifische Wissensmodelle entwickelt, die sowohl dem Expertensystem als auch dem Sprachmodell als Grundlage dienen. Sie stellen pflegewissenschaftlich fundierte Modelle aus Indikatoren und Entscheidungsregeln dar, für die fallspezifische Auswahl entsprechender Pflegemaßnahmen. Die Wissensmodelle basieren auf dem aktuellen Stand der pflegefachlichen Evidenz und Expertise und beinhalten Expertenstandards, Klassifikationssysteme, Leitlinien und soweit vorhanden wissenschaftliche Studien.
Die Entwicklung des Systems erfolgt in einem iterativen Prozess aus Testphasen und kontinuierlicher Anpassung. Die abschließende Evaluation des Systems findet im April und Mai 2025 in den Einrichtungen der Praxispartner JoSe und CBT statt.
Berichte und Veröffentlichungen
Die Ergebnisse der Evaluation werden in Fachjournals und weiteren Fachmedien veröffentlicht. Derzeit liegen noch keine Publikationen vor.