Projekttitel:
Pflege-Thermometer 2022
Situation und Versorgung von Menschen in der häuslichen Intensivversorgung in Deutschland
Projektart
Förderprojekt
Förderer / Auftraggeber
Hauptförderung: Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V., Co-Förderer: Deutsche Fachpflege Gruppe (DGF) Linimed Opseo ResMed
Laufzeit
Projektleitung
DIP-Team
Hintergrund und Ziele
Die Pflege-Thermometer-Reihe hat sich zu einer der führenden Studien der Berichterstattung der pflegerischen Versorgung in Deutschland etabliert und findet neben der Fachöffentlichkeit auch seitens der Fachverbände und der Politik bundesweit Beachtung. Zahlreiche (Fach-)Publikationen sowie die Aufnahme der Ergebnisse in den Medien (Fernsehen, Rundfunk, Print) belegen die Bedeutung der Pflege-Thermometer-Reihe als Grundlage für eine systematische Bewertung der pflegerischen Versorgung in Deutschland.
Das Pflege-Thermometer 2022 setzt diese erfolgreiche Arbeit als zehntes der Reihe im Feld der häuslichen Intensivversorgung in Deutschland fort. Ziel der Studie war es, einen umfassenden und mehrdimensionalen Blick auf die häusliche Intensivversorgung zu richten; darunter wird sowohl die Versorgung in der eigenen Häuslichkeit (z.B. durch ambulante Dienste), stationären Pflegeeinrichtungen, Intensivwohngemeinschaften, als auch in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung verstanden. Hierzu wurden die unterschiedlichen Perspektiven der in diesem Bereich versorgten Menschen, ihrer Zu- und Angehörigen, der versorgenden Dienste und Einrichtungen sowie der Mitarbeitenden der Pflege erfasst und vergleichend beleuchtet.
Im Zentrum standen dabei die sozialen und versorgungsbezogenen Aspekte der Betreuung, Teilhabe und Lebenswirklichkeit der Betroffenen. Auch die Chancen der Digitalisierung für diese besondere Gruppe wurden dabei mit untersucht. Durch Einbindung der Perspektiven der Leistungsanbieter sowie Mitarbeitenden in der Pflege sollten zudem Hinweise zu Schulungsbedarfen, Möglichkeiten der Mitarbeiterbindung und der Qualitätsentwicklung identifiziert und beschrieben werden.
Hintergrund der Studie war es, dass mit dem Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz (GKV IPReG) neue Regelungen der Versorgung in der häuslichen Intensivversorgung in Kraft getreten sind, die es weiter auszugestalten gilt. Zugleich bestanden in diesem Versorgungssektor bislang keine systematischen Datenerfassungen und kein öffentliches Berichtswesen, sodass keine Folgenabschätzung vorliegt.
Design und Methoden
Es handelte sich um einen mehrmethodischen Ansatz. Neben einer einschlägigen Literaturanalyse und Datenanalyse (Sekundärdatenanalyse) zum Themenfeld der häuslichen Versorgung in Deutschland wurden in zentralen Feldern der Akteure standardisierte Befragungen (als Online-Erhebungen) durchgeführt. Die Ergebnisse der Befragungen wurden in Form von qualitativen Ergebnisworkshops reflektiert. Die qualitativ orientierten Ergebnisse waren ebenso Teil der Erhebung und flossen in den Endbericht ein.
Da es sich (insbesondere bei der Befragung der versorgten Personen) um eine vulnerable Patientengruppe handelt, wurde ein positives Ethikvotum bei der Ethikkommission der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen eingeholt.
An den Befragungen haben teilgenommen:
- 299 Menschen mit häuslichem Intensivversorgungsbedarf
- 303 Pflegende der ambulanten Dienste und Einrichtungen
- 94 Leitungen der ambulanten Dienste und Einrichtungen
Der Zugang zum Feld erfolgte maßgeblich über Netzwerke, Selbsthilfegruppen, Verbände etc. und wurde flankierend mit umfangreichen Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit begleitet. Der Feldzugang stellte sich dennoch als komplexe Herausforderung dar; daher ließen sich die ursprünglich anvisierten Stichprobengrößen nicht realisieren.
Ergebnisse
Die Studie berichtet umfassend über Analysen und Ergebnisse und wird satzungsgerecht (DIP e.V.) als unentgeltliche Gesamtpublikation der interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt: