„Primärversorgung braucht zukünftig Community Health Nurses“ –
Fachtagung des Wissenschaftsrats nimmt Bestandsaufnahme zu CHN vor und fördert Vernetzung und Austausch
Wie können Community Health Nurses (CHN) in die zukünftige Primärversorgung und Sozialraumentwicklung einbezogen werden? Dies war nur eine der brennenden Fragen, die auf einer Fachtagung des Wissenschaftsrates ca. 100 Teilnehmende aus Wissenschaft, Gesundheitswesen und Politik an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Hamburg zusammengeführt hat. Vorgestellt und diskutiert wurden verschiedene Modelle und praktische Erfahrungen mit CHN in der Gesundheitsversorgung, aber auch in kommunalen Settings aus den vergangenen Jahren in Deutschland und Österreich. Einig war man sich über die Notwendigkeit und die großen Potenziale des Community Health Nursings. Ob CHN zukünftig eine Rolle spielen sollen, ist angesichts der überzeugenden Erkenntnisse kein Thema mehr. Dringend zu klären sind noch rechtliche Fragen zu den Aufgaben und Zuständigkeiten von CHN sowie Aspekte zu ihrer Finanzierung.
Prof. Dr. Wolfgang Wick, Vorsitzender des Wissenschaftsrates hielt die Keynote und beleuchtete den gesundheitsorientierten Kulturwandel durch CHN. Christine Vogler, Präsidentin des Deutschen Pflegerates (DPR) hob hervor, dass die anstehenden Strukturreformen im Gesundheitswesen nur mit der Pflege gelingen können und dass CHN darin eine zentrale Rolle spielen müssen. Prof. Dr. Kerstin Hämel von der Universität Wien lieferte eine wissenschaftliche Bestandsaufnahme von CHN im deutschsprachigen Raum. Eine anschließende Talkrunde mit Wissenschaftlerinnen und Praktikerinnen vertiefte verschiedene Schwerpunkte der Debatte, etwa zu den konkreten Erfahrungen im Einsatz und der Beiträge von CHN im interprofessionellen Kontext. Am Nachmittag wurden mittels eines Worldcafés die Erfahrungen aller Teilnehmenden eingebunden und weitere Perspektiven des Themas CHN erörtert und zusammengetragen.
Prof. Dr. Frank Weidner, Vorsitzender des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforscher e.V. (DIP) nahm an der Tagung teil und zeigte sich beeindruckt: “Von dieser Tagung geht ein überzeugender Appell aus, dass wir in der anstehenden Neuorganisation der Primärversorgung in Deutschland, aber auch in der kommunalen Daseinsvorsorge und regionalen Pflegestrukturplanungen die CHN mit ihren Potenzialen unbedingt einplanen müssen.“
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