Pflegebildung als Brennglas gesellschaftlicher Transformation: BiLeP im Fachdiskurs in Rostock
Pflegelehrende bereiten angehende Pflegefachpersonen auf eine gesellschaftlich zentrale Aufgabe vor. Ihre eigene Qualifizierung erfolgt jedoch über eine vielfältige Studienlandschaft mit unterschiedlichen institutionellen Einbindungen und Qualifikationsprofilen. Diese Vielfalt zu beschreiben und ihre Bedeutung für die Lehrendenbildung zu diskutieren, ist ein Anliegen des Forschungsprojekts BiLeP. Im Auftrag des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) untersucht die Dienstleistung, Innovation, Pflegeforschung GmbH (DIP GmbH) diese Fragen gemeinsam mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel und der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen im BiLeP-Konsortium.
Auf der Sektionstagung Berufs- und Wirtschaftspädagogik vom 16. bis 18. September 2026 an der Universität Rostock stellte das Projektteam dazu aktuelle Forschungsergebnisse vor. Den Rahmen bildete das Symposium „Pflegebildung als Brennglas gesellschaftlicher Transformation: Zwischen Randständigkeit und Schlüsselrolle“. Es verband Fragen zur gesellschaftlichen Verantwortung der Pflegebildung mit ihrer Position innerhalb der Berufs- und Wirtschaftspädagogik.
Besonders die Ergebnisse der bundesweiten Strukturdatenrecherche aus BiLeP wurden im Anschluss diskutiert. Die Untersuchung erfasst Studienangebote der Pflegelehrendenbildung unter anderem anhand ihrer Abschlussstrukturen, Qualifikationsprofile sowie Zugangs- und Übergangsmöglichkeiten. Auf dieser Grundlage lassen sich unterschiedliche Studienmodelle systematisch vergleichen. Damit eröffnet sich eine weiterführende Frage: Wo liegen die Stärken unterschiedlicher Studienprofile, und wo braucht die Vorbereitung auf eine gemeinsame berufliche Aufgabe mehr verbindende Orientierung?
Wie eng solche Strukturfragen mit dem beruflichen Alltag verbunden sind, verdeutlichte ein weiterer BiLeP-Beitrag. Das vorgestellte Scoping Review untersucht Herausforderungen von Pflegelehrenden und beschreibt unter anderem Spannungen zwischen pädagogischem Selbstverständnis, fachlicher Herkunft und institutionellen Anforderungen.
Eine konkrete Anforderung an professionelles Lehrhandeln griffen Thuy Hoang und Wolfgang von Gahlen-Hoops mit dem Projekt SCENE auf. Ihr Beitrag zur sprachsensiblen Pflegebildung beleuchtete sprachlich-kommunikative Anforderungen der Pflegeausbildung und Ansätze zu deren systematischer Berücksichtigung in Unterricht und Curricula.
Zusammen eröffneten die drei Beiträge einen Blick auf die Pflegelehrendenbildung, der Studienstrukturen, berufliche Herausforderungen und didaktische Aufgaben miteinander verbindet. Prof. Dr. Bärbel Wesselborg begleitete das Symposium als Diskutantin. Der Austausch in Rostock bot Gelegenheit, diese Zusammenhänge innerhalb der Berufs- und Wirtschaftspädagogik zur Diskussion zu stellen.
Auch jenseits des Symposiums schätzte das Projektteam die anregenden Fachbeiträge und die Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen. Dem Rostocker Organisationsteam gilt ein herzlicher Dank für die hervorragende Organisation und die gastfreundliche Atmosphäre. Die Tagung bot Raum, gemeinsame Forschungsfragen zu entdecken und Gespräche zu beginnen, die über Rostock hinaus fortgeführt werden sollen.
Kontakt: Dienstleistung, Innovation, Pflegeforschung GmbH,
Hülchrather Str. 15, 50670 Köln, Tobias Tirtey, Tel.: +49 (0)221 46 86 1 – 30,
E-Mail: t.tirtey@dip-gmbh.org
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